
Die Keimzelle der Meraner vereinsorientierten
Sportaktivitäten bildete der 1886 gegründete Turnverein, der 1910/11 die
Jahnturnhalle baute, die jedoch schon 1926 unter faschistischer Diktatur
zweckentfremdet wurden.
Bereits vor der Jahrhundertwende schlossen sich Sportbegeisterte der
Passerstadt zu Vereinen zusammen: so wurden 1882 der Eislaufverein und der
Reitclub gegründet und 1886 der Bicycle- Club und der Burggräfler
Radfahrerverein.
In den Jahrzehnten nach 1900 übten Athleten in 38 verschiedenen Sportarten
ihren Lieblingssport aus, und zwar auch in solchen, die es heute in Meran
nicht mehr gibt wie Ranggeln, Golf, Trabrennen, Freiballon, Krocket,
Skispringen, Skijöring, Faustball, Rasenhockey, Fechten, Pferdepolo,
Rollschuhlauf oder Boxen.
Der Sport Club Meran entwickelte sich aus der 1910 gegründeten
Fußballmannschaft mit den Farben Weiß- Schwarz (gleich den Wiener Sportclub-
Farben). Ihr Gründer, Hermann Blümel, Inhaber der Wiener Privatbank und
Wechselstube, war ein vielseitiger Sportsmann. Dieses Vielfalt ist ein
Erbstück, das den SCM auch noch gegenwärtig auszeichnet. Als größter
Sportverein Südtirols mit gegenwärtig ca. 2.550 eingeschriebenen Mitgliedern,
davon 1.400 Jugendliche und 1150 Erwachsene, vertritt er 21 Sektionen, die der
Präsident Dr. Egon Hermann Tscholl seit 2007 mit
kluger Umsicht, tatkräftiger Entschlossenheit und dynamischen Einsatz im
Interesse aller Sportler mit bewunderungswerter Ausgewogenheit leitet.
Aber so glückliche Zeiten wie zur Zeit hatte der SCM nicht immer. Er wurde
wie alle deutschsprachigen Vereine vom faschistischen Regime verboten und
konnte erst in den letzten Dezembertagen 1945 wieder gegründet werden.
Da die erwähnte Jahn-Turnhalle dem Faschismus zum Opfer fiel und nicht
mehr zurückgegeben wurde, war der provisorische Vereinssitz zuerst das
Forsterbräu. Später traf man sich in anderen gastronomischen
Räumlichkeiten. Das Gasthaus "Goldene Rose" diente bis in den
späten 60er Jahren als Vereinssitz. Dann mietete man ein Büro in den Lauben,
das den Anforderungen in den 70er Jahren entsprach, aber keineswegs für die
folgenden Jahrzehnte geeignet war, der steigenden Zahl der Sektionen und deren
Mitglieder gerecht zu werden.
Endlich konnte im Februar 1988 der damalige Präsident des SCM Walter
Seibstock in einer Blitzaktion
den Kaufvorvertrag für das gegenwärtige Sportheim abschließen, nachdem
zuvor eine GmbH gegründet worden war. Eine gründliche Renovierung und eine
zweckmäßige Adaptierung erforderten neues Kapital, weswegen eine
Baustein-Aktion zu den unterstützenden Geldern seitens des Landes notwendig
war. Mit der Sanierung wurde im September 1990 begonnen, die dann im November
1991 abgeschlossen wurde, so dass das Sportheim nach den infrastrukturellen
Einrichtungen seinem neuen Aufgabenbereich zugeführt werden konnte.
Das Sportheim dient seither als - eine ständige Quelle für den
Informationsfluss - für Vorstands-, Ausschuss- und Sektionssitzungen - für
jede Sektion stehen Sitzungssaal und andere Einrichtungen zur Verfügung. -
die Turnhalle kann sowohl von der Jugend als auch von den Senioren benutzt
werden. |